Die Feierlichkeiten begannen am 3. Februar auf der Farm, an dem Ort, von dem das ganze Projekt ausging. 1973 hatte Sant Kirpal Singh persönlich die Farm besucht, wo damals nichts weiter stand als eine kleine Lehmhütte. Heute steht daher über der Tür „Residence of Kirpal“, und wenn man den Raum betritt, spürt man bei aller Einfachheit eine besondere Atmosphäre. Traditionell werden in dieser Region wichtige Ereignisse mit dem Lesen des Guru Granth Sahibs (die heilige Schrift der Sikhs) begonnen, um Segen zu erbitten. So war auch hier die Lesung des Guru Granth Sahibs der Beginn des Programms.
Anschließend gingen alle gemeinsam zur Eröffnung des Medical Camps auf dem Vorplatz des Kirpal Sagar Charitable Hospitals. Das Camp war bereits Wochen zuvor mit Plakaten, Zeitungsartikeln und Lautsprecherdurchsagen angekündigt worden und so waren schon viele Menschen gekommen, die sich untersuchen lassen wollten. Bedürftige erhalten hier kostenlose Medizin und Behandlung, oder bekommen eine Ermäßigung, je nach ihrer persönlichen Situation.
Die Registrierung nahm die Anliegen entgegen und vermittelte dann passend weiter. Mehr als 700 Patienten ließen sich unter anderem den Blutdruck messen, Blutwerte im Labor untersuchen, ein EKG machen usw. und erhielten Medikamente. Im Zelt waren mehrere Sprechzimmer eingerichtet, für den Orthopäden, die Gynäkologin, den Bauchchirurgen, einen Augentest, für Beschwerden im Bereich der inneren Organe und der Allgemeinmedizin. Bei mehr als 50 Patienten wurden operativ behandlungsbedürftige Erkrankungen entdeckt. Die benötigten Operationen werden in den nächsten Wochen durchgeführt. Sehr vorteilhaft erwies sich auch, dass man gleich Einrichtungen des Krankenhauses, wie Röntgen oder Labor, mitbenützen konnte.
Unmittelbar vor dem Beginn des Camps waren das neue Zahnarztzimmer und die Homöopathie feierlich eröffnet worden. Insgesamt konnte man viele dankbare Stimmen hören, dass auf diese Weise medizinische Hilfe auch ärmeren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht wird.
Die Kirpal Sagar Academy, unterstützt von der K.H. Public School, hatte für den 4. Februar ein beeindruckendes Programm zu Ehren Sant Kirpal Singhs vorbereitet.
Der Leitfaden waren Zitate aus seinen Schriften, vor allem aus dem Buch „Das Gebet“. Eine Schülerin führte in fließendem Englisch durch das Programm. Auch soziale Themen wurden von den Schülern aufgegriffen und mit erstaunlichem schauspielerischen Talent auf der Bühne dargestellt: Gleichberechtigung, Kinderehe, religiöse Toleranz, Schwächen des Bildungssystems und andere. Tänze und musikalische Darbietungen setzten besondere Akzente. Spontan sangen und musizierten auch westliche Gäste gemeinsam mit den Schülern, und so brachte das Motto des großen Finales “Together we can change the world“ – „Zusammen können wir die Welt verändern“ zum Ausdruck, was alle tatsächlich fühlten.
Am 5. Februar endete die dreitägige Lesung des Guru Granth Sahibs auf der Farm. Shabads (rel. Hymnen) und Ansprachen, und die berührenden Worte einer Schülerin Sant Kirpal Singhs, die trotz ihres hohen Alters aus Amerika angereist war, gingen allen zu Herzen. Sie hatte die allererste Zeit des Aufbaus miterlebt. Ihr Anliegen war zu sagen, dass Sant Kirpal Singh nie gegangen sei, er sei immer hier.
Am Abend wurde von einer Theatergruppe aus Amritsar die Lebensgeschichte Guru Nanaks dargestellt.

Bereits vor mehr als 500 Jahren verkündete er den Einen Gott und die Gleichheit der Menschen. Er trat für Reformen ein, wie die Rückbesinnung der Religionen auf ihren gemeinsamen spirituellen Kern, aber auch für die Gleichberechtigung der Frauen und stellte sich gegen das Kastenwesen. Sant Kirpal Singh schrieb über ihn unter anderem: „Guru Nanak ist nicht das Monopol der Sikhs oder Indiens, er gehört der ganzen Menschheit. Liebe zu Gott und den Menschen bilden den Kern der Botschaft Guru Nanaks. … Wir müssen lernen, den Bedürftigen liebevoll, im Stillen und unaufdringlich zu dienen und Achtung für alle Heiligen der Vergangenheit zu haben.“

Ein Rundgang durch Kirpal Sagar um vier Uhr morgens eröffnete das Programm am 6. Februar und führte zum Kirpal Bhawan, der Veranstaltungshalle, wo sich Shabads und Ansprachen abwechselten. Besonders berührend war das Geburtstagslied, das auch schon zu Sant Kirpal Singhs Zeit immer alle gemeinsam sangen und das mit folgenden Zeilen beginnt: „Maharaji, heute ist Dein Geburtstag und wir freuen uns ihn zu feiern. Die ganze Nacht werden wir den Geburtstag feiern. Der Tag auf den wir so lange gewartet haben, ist jetzt gekommen.“
Die Konferenz zur Einheit des Menschen mit Vertretern verschiedener Religionen, Sadhus, Swamis und Sprechern von Unity of Man begann am späten Vormittag. Jasbir Singh Chawla führte durch das Programm. Im Folgenden einige kurze Auszüge aus den Reden:
Nach dem Programm wurden allen Gastredner mit Schals und Gedenkmünzen geehrt. Im Anschluss fand eine Übergabe von über 100 Nähmaschinen für Witwen in Not, Spezialdreirädern für Menschen mit Gehbehinderung und Decken für Bedürftige in der Umgebung statt, die mit der Unterstützung verschiedener wohltätiger Vereine zustandegekommen war.
So sah man zum Abschluss in strahlende Gesichter. Für viele war durch eine einzige Maßnahme eine neue Perspektive in ihr Leben gekommen – sei es durch die Möglichkeit, dazu zu verdienen, oder sei es, sich angemessen fortzubewegen und anderen buchstäblich auf Augenhöhe zu begegnen. Damit fand die Konferenz einen ganz praktischen Ausgang.

Eine junge Frau trug bei der Konferenz eine Hymne eines pakistanischen Sufis vor und ergänzte sie um selbstverfasste Strophen:
Es ist unser Ziel, Gott zu finden, doch man kann Ihn nicht mit dem Verstand erfassen, man kann Ihn nur mit dem Herzen erreichen.
Der Mensch ist vergänglich, das Leben währt nur vier Tage. Wir sind Wanderer in dieser Welt, heute sind wir hier, morgen müssen wir gehen.
Manche schlafen bis ans Ende ihres Lebens, manche wollen den Geliebten finden.
Wir haben Gott, den Geliebten, noch nicht getroffen. Hätten wir Ihn getroffen, wäre die Blume unseres Herzens erblüht.
Fragt mich nicht, wann ich Gott, den Geliebten, getroffen habe. Nur mein Herz und Gott weiß es, niemand sonst. Es ist eine Sache zwischen Ihm und mir.
Nur Liebende können meine Liebe zu Ihm verstehen, nicht die Welt. Mein Geliebter hat einen unermesslichen Schatz, warum sollte ich nach Reichtümern verlangen?
Ich habe den Schatz des Allmächtigen, meines Geliebten, erhalten. Er ist das Wertvollste in der Welt.
Gelobt sei der Gärtner, der diesen Garten von Kirpal Sagar schuf, der erfüllt von Liebe ist. In ihm ist Gott gegenwärtig.












Ashoka Mand Ji
Sarain Singh,
Mrs. Sarabjit Mangat
Eva Wahl, zweite Vorsitzende von Unity of Man Deutschland, begann mit den Worten Sant Kirpal Singhs: „Meine Kinder sind über die ganze Welt verstreut, sie werden zusammenkommen und es wird eine spirituelle Revolution geben“. Es wird eine gewaltfreie Revolution sein, eine Revolution gegen die üblen Neigungen des menschlichen Gemüts, die uns von Gott fern halten. Sie griff den Gedanken der Einheit auf, indem sie daran erinnerte, wie Sant Kirpal Singh auf einer seiner Weltreisen einmal seine Zuhörer mit den Worten begrüßte: „Ich wende mich an Sie als mein eigenes Selbst“. So sprach er die Menschen auf der Ebene der Seele an. Er lehrte nicht nur, dass Gott in allen ist, sondern er hatte dieses Bewusstsein – er war kompetent. Er sah alle Menschen als gleichwertig an, da dieselbe Kraft uns alle belebt, und darin liegt die Einheit.
Swami Nirmal Aarti Devaji rezitierte zunächst Verse zum Lob Gottes aus den Hinduschriften und das Mool Mantra aus dem Jap Ji der Sikhs. Er sagte: „Wir wollen Gott erreichen, und darum kommen wir zum Satsang (spirituelle Versammlung). Dort erwacht die Seele aus ihrem Schlaf.“ Alle Religionen sagen „Gott ist in euch“, doch wir suchen ihn außen. Wir sollten ihn während des Lebens erlangen, nicht erst nach dem Tod.
Muhammad Hameed Kausar
Raj Brahma Kumari
Wolfgang Gerlich, Vorsitzender Unity of Man Österreich,
Baba Jagjeet Singh
Zum Abschluss sprach